Liebe Leser/Innen der Pfarrnachrichten!

Um nicht „zu lang“ zu werden, entfiel beim Fest in Ulmich aus Anlass der Beendigung der Restaurierungsarbeiten die Predigt.

            Ich möchte deshalb ein paar Gedanken daraus an dieser Stelle weitergeben:

Manch einer von euch hat schon mit einem Hausbau zu tun gehabt, oder ist gerade dabei zu renovieren. Es ist eine aufwendige, schweißtreibende und kostspielige Sache; soviel ist zu erledigen – man muss fleißig sein und die Menschen hier im Paznaun sind überaus fleißig.

            Nach gründlicher Vorbereitung fallen auch nach Beginn des Hausbaus viele Arbeiten an, an die man gar nicht gedacht hat – auf einer Baustelle liegt viel herum; Sand, Steine, Holz, Mörtelkellen, angebrochene Zementsäcke, viel Dreck – deshalb muss auch immer wieder aufgeräumt und sauber gemacht werden.

            Es geht auch im Zusammenleben der Glaubensgemeinschaft ums „Bauen“ – unsere Pfarre, unser Seelsorgeraum eine „Baustelle“ zum Wohle der Menschen.

Da sind einmal die ganz Kleinen, die Kindergartenkinder, die Volksschüler; eine unserer engagierten Pädagoginnen könnte nun einige der vielfältigen Programmpunkte aufzählen, bei denen sie bemüht sind, die Kinder in das vielfältige Leben der Pfarrgemeinde zu integrieren (Aktionen für arme Menschen, Lieder einlernen, einen Chor zu bilden, Erntedank, Nikolaus, Weihnachten, Ostern vorbereiten).

Die SternsingerInnen kommen in die Wohnungen zu alten und jungen Leuten, zu Traurigen und Fröhlichen – allen bringen sie den Segen Gottes zum neuen Jahr.

            Lektoren und Kommunionhelfer bauen ebenso mit auf der „Gemeinde-Baustelle“. So wird deutlich, dass der Gottesdienst – Sache aller Christen ist. Er ist so etwas wie der Klebstoff, der die Gemeinde zusammenhält – eine Brücke zueinander. Hier begegnen wir Gott, der uns Kraft zu einem gelingenden Leben gibt.

            Auch wenn keine Eucharistiefeier möglich ist, halten die Wortgottesdienstleiter und die VorbeterInnen das gemeinsame Gebet und das Hören des Gotteswortes aufrecht.

            Blumenfrauen schmücken das Gotteshaus würdig aus, Mesner sind unerlässlich, die Sekretärin, der Diakon, ehrenamtliche Mitarbeiter helfen, dass durch Internet und Pfarrbrief die Gottesdienste und Termine in der Bevölkerung bekannt werden.

            Die gewählten Gremien PKR und PGR sind für viele organisatorische Aufgaben zuständig.

Vor einem geplanten Pfarrfest braucht es viel freiwillige MitarbeiterInnen die von den Mitgliedern des PGR angefragt werden.

            Ältere Menschen haben in ihrem Leben schon viel für die Gemeinde beigetragen, sie tun es oft noch solange die Kräfte reichen – vor allen beten sie in den unterschiedlichen Anliegen. Deshalb muss uns auch ihr Leben und Schicksal angelegen sein; zum Glück haben wir viele engagierte Frauen und auch Männer, die sie besuchen, die Hl. Kommunion bringen, durch Besuche Isolation und Einsamkeit durchbrechen.

            Ministranten sind so wichtig; durch ihren Dienst lernen sie die segensreiche Bedeutung der Hilfsbereitschaft und Solidarität einer lebendigen Pfarre kennen.

            Jedes Jahr versucht das „Firmteam“ jungen Menschen, die die Pflichtschule beenden, durch eine abwechslungsreiche Firmvorbereitung Mut zum Glauben und Mut zu Mitverantwortung in der Gemeinschaft zu machen.

In kleinen, von Eltern geleiteten Gruppen bereiten sich die Erstkommunionkinder 3 Monate auf die Bedeutung der Kommunion, der Eucharistie im christlichen Leben vor, unterstützt durch den Religionsunterricht.

Ihr seht, viele bauen mit an unserer Baustelle Kirche.

Auf der Baustelle wird oft während des Bauens die Wasserwaage eingesetzt um zu prüfen, ob die horizontale oder vertikale Ausrichtung eines Objektes stimmt.

            Übertragen auf das Gemeindeleben bedeutet sie: Sind wir im Gleichgewicht bezüglich unserer Ausrichtung auf Gott – und den Nächsten? Bei der Wasserwaage zeigt die Luftblase in der Mitte des Sichtfensters dieses Gleichgewicht an. In unseren Gemeinden sollte die Liebe zu Gott und der geschwisterliche Umgang miteinander zu spüren sein.

            Ja, bauen ist anstrengend.

Eine Legende erzählt: Als Christus in den Himmel heimgekehrt war, fragten ihn die Engel, wie es nun mit seinem Reich auf der Erde weitergehen solle.

„Ich habe doch meine JüngerInnen auf Erden, antwortete Christus“.

Aber die Engel sahen, wie schwach und verzagt die Jünger waren und fragten erschrocken: „Hast du denn wirklich keinen anderen, einen besseren Plan B?“

Und ER, Christus: „Nein – einen anderen Plan habe ich nicht!

Nur sie habe ich, meine JüngerInnen – ihnen habe ich meine Kirche anvertraut.“